Wer kann die Förderung beantragen?
Die zentrale Zugangsvoraussetzung liegt nicht beim einzelnen Sozialunternehmen, sondern bei der Rolle des Antragstellers. Das Programm ist für Organisationen gedacht, die Unterstützungsangebote für gemeinwohlorientierte Unternehmen bereitstellen.
- Antragsberechtigt und Zuwendungsempfänger sind Unterstützungseinrichtungen und Träger.
- Gemeinwohlorientierte Unternehmen selbst sind nicht die direkten Antragsteller dieses Programms.
- Die Angebote müssen gemeinwohlorientierten Unternehmen zugutekommen, die der Social-Business-Logik der Europäischen Kommission entsprechen und zugleich KMU nach EU-Definition sind.
- Das Vorhaben kann entweder auf vertiefte Unterstützung einzelner Unternehmen oder auf breiter angelegte Informations- und Unterstützungsmaßnahmen ausgerichtet sein.
- Das Programm gilt bundesweit und wird in Antragsrunden mit festen Stichtagen umgesetzt.
Was wird gefördert?
Gefördert wird nicht die Finanzierung eines einzelnen gemeinwohlorientierten Geschäftsmodells, sondern der Aufbau von Angeboten, die solche Unternehmen unterstützen. Gerade diese Unterscheidung ist praktisch entscheidend.
| Förderfähiger Bereich | Beispiele | Einordnung |
|---|---|---|
| Modul I, Individualmodul | Individuelle Analysen, vertiefte Beratung, Qualifizierung, Accelerator-Programme und gezielte Vernetzung. | Dieses Modul setzt näher am einzelnen gemeinwohlorientierten Unternehmen an, ohne dass dieses selbst Antragsteller wird. |
| Modul II, Multiplikatorenmodul | Übergreifende Unterstützungs- und Informationsmaßnahmen, Workshops oder digitale Angebote. | Dieses Modul ist breiter angelegt und soll mehrere Unternehmen gleichzeitig erreichen. |
| Vernetzung und Ökosystemaufbau | Maßnahmen zur Vernetzung von Unternehmen untereinander sowie mit relevanten Akteuren. | Der praktische Nutzen liegt darin, die Unterstützungslandschaft für Social Entrepreneurship zu stärken. |
Wie hoch ist die Förderung?
Finanziell ist das Programm vor allem für Träger interessant, die ein strukturiertes Unterstützungsangebot aufbauen wollen. Die Förderhöhe ist dabei vergleichsweise hoch, bleibt aber an die zuwendungsfähigen Gesamtausgaben und die Programmbedingungen gebunden.
Wichtig zur Förderhöhe
Die Förderquote beträgt maximal 85 Prozent der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben. Mit einem Klimabonus sind bis zu 95 Prozent möglich. Der Zuschuss ist auf höchstens 600.000 Euro je Antragsteller und Kalenderjahr begrenzt. Die Projektdauer liegt zwischen 6 und 36 Monaten.
Welche Voraussetzungen gelten?
Entscheidend ist, dass das Vorhaben zur Programmlogik passt. Nachhaltig wirken ist keine allgemeine Gründungsförderung für Social Start-ups, sondern eine Strukturförderung für Organisationen, die solche Unternehmen unterstützen.
- Der Antragsteller muss als Unterstützungseinrichtung oder Träger auftreten.
- Das geplante Angebot muss gemeinwohlorientierten Unternehmen zugutekommen.
- Die adressierten Unternehmen müssen kleine und mittlere Unternehmen nach EU-Definition sein.
- Das Projekt muss einem der beiden Module zugeordnet werden können.
- Die Antragstellung erfolgt elektronisch über die Plattform EUREKA 5.
- Die Einreichung ist an feste Antragsrunden gebunden.
Häufiger Fehler
Der häufigste Denkfehler ist, das Programm als direkten Zuschuss für ein gemeinwohlorientiertes Unternehmen zu verstehen. Genau das ist es nicht. Ein Social Start-up kann von den geförderten Angeboten profitieren, stellt hier aber nicht selbst den Förderantrag.
Wie läuft die Antragstellung ab?
Die Antragstellung ist stichtagsgebunden. Für Träger ist deshalb nicht nur der Inhalt des Angebots relevant, sondern auch die rechtzeitige Vorbereitung vor der jeweiligen Antragsrunde.
- Zunächst sollte geklärt werden, ob die eigene Organisation als Unterstützungseinrichtung oder Träger in die Programmlogik passt.
- Danach ist zu entscheiden, ob das Vorhaben eher dem Individualmodul oder dem Multiplikatorenmodul entspricht.
- Das Unterstützungsangebot sollte so beschrieben werden, dass klar wird, welchen Nutzen es für gemeinwohlorientierte KMU hat.
- Der Antrag wird elektronisch über die Plattform EUREKA 5 eingereicht.
- Die bisherigen Antragsrunden am 16. September 2024 und 21. Januar 2025 sind abgeschlossen.
- Die nächste genannte Antragsrunde ist der 16. April 2026.
Wann lohnt sich diese Förderung?
Strategisch ist Nachhaltig wirken besonders relevant, wenn eine Organisation nicht nur einzelne Fälle beraten, sondern dauerhafte Unterstützungsstrukturen für Social Entrepreneurship schaffen will. Der Bund setzt damit nicht beim Kapitalbedarf einzelner Unternehmen an, sondern beim Ökosystem, das viele Unternehmen gleichzeitig erreichen kann.
Praxisbeispiel
Ein Träger, der ein Accelerator-Programm, vertiefte Beratung und Vernetzung für gemeinwohlorientierte KMU aufbauen möchte, kann in die Logik des Programms fallen. Ein einzelnes Sozialunternehmen, das Geld für die eigene Gründung oder eine eigene Beratung sucht, sollte dagegen eher nach direkter Gründungs- oder Beratungsförderung suchen.
Kombinierbarkeit mit anderen Programmen
Zu konkreten Kombinationsmöglichkeiten nennen die vorliegenden offiziellen Angaben keine pauschale Regel. Praktisch wichtiger ist hier die saubere Abgrenzung: Nachhaltig wirken finanziert Trägerangebote, andere Programme können für einzelne Unternehmen passender sein.
- BAFA-Förderung Unternehmensberatung: Wichtige Abgrenzung, wenn ein gemeinwohlorientiertes Unternehmen selbst eine geförderte Beratung beantragen möchte.
- Förderungen für Beratung: Überblick über Fördermöglichkeiten, wenn der Schwerpunkt auf Beratung und externer Begleitung liegt.
Welche Alternativen gibt es?
Für gemeinwohlorientierte Gründungen und KMU ist Nachhaltig wirken oft nicht der richtige direkte Förderweg. Wer selbst Antragsteller sein möchte, sollte Programme prüfen, die unmittelbar an Unternehmen oder Gründer adressiert sind.
- BAFA-Förderung Unternehmensberatung: Kann relevant sein, wenn das Unternehmen selbst eine geförderte Beratung in Anspruch nehmen möchte.
- Förderungen für Gründung: Themenüberblick für Vorhaben, bei denen der Aufbau eines Unternehmens im Mittelpunkt steht.
- Förderungen für Gründer: Orientierung für Gründerinnen und Gründer, die passende Förderprogramme suchen.
Nicht sicher, welche Förderung besser passt?
Wenn mehrere Programme infrage kommen, ist eine Einordnung nach Vorhaben, Unternehmensgröße und Zeitpunkt oft sinnvoll.
Vorhaben einordnen →Häufige Fragen
Was ist Nachhaltig wirken?
Nachhaltig wirken ist ein Bundesprogramm des BMWK, das aus dem ESF Plus finanziert wird. Es stärkt Unterstützungsstrukturen für gemeinwohlorientierte Unternehmen und Social Entrepreneurship.
Wer kann den Zuschuss beantragen?
Antragsberechtigt sind Unterstützungseinrichtungen und Träger. Gemeinwohlorientierte Unternehmen selbst sind bei diesem Programm nicht die direkten Zuwendungsempfänger.
Wie profitieren gemeinwohlorientierte Unternehmen trotzdem?
Sie profitieren indirekt, indem sie die geförderten Beratungs-, Qualifizierungs-, Accelerator-, Vernetzungs- oder Informationsangebote nutzen, die von Trägern aufgebaut werden.
Wie hoch ist die Förderung?
Die Förderquote beträgt maximal 85 Prozent der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben. Mit einem Klimabonus sind bis zu 95 Prozent möglich. Der Zuschuss beträgt höchstens 600.000 Euro je Antragsteller und Kalenderjahr.
Welche Module gibt es?
Modul I fördert vertiefte Unterstützungsleistungen für einzelne gemeinwohlorientierte Unternehmen. Modul II fördert breiter angelegte Informations- und Unterstützungsmaßnahmen, die mehreren Unternehmen offenstehen.
Wie wird der Antrag gestellt?
Anträge werden elektronisch über die Plattform EUREKA 5 eingereicht. Das Programm arbeitet mit festen Antragsrunden und Stichtagen.
Wann ist die nächste Antragsrunde?
Die bisherigen Antragsrunden am 16. September 2024 und 21. Januar 2025 sind abgeschlossen. Als nächste Antragsrunde ist der 16. April 2026 genannt.
Quellen
Die Darstellung beruht auf den offiziellen Programminformationen in der Förderdatenbank des Bundes.