Digital Jetzt Förderung (Digitalisierung für KMU)

Die Digital Jetzt Förderung war ein Zuschussprogramm des Bundes zur Unterstützung der Digitalisierung in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Gefördert wurden Investitionen in digitale Technologien sowie Qualifizierungsmaßnahmen für Mitarbeiter. Aktuell ist das Programm ausgesetzt, neue Anträge sind derzeit nicht möglich, bleibt jedoch für die Einordnung von Digitalisierungsförderungen weiterhin relevant.

Kurz erklärt

Was ist die Förderung?

Die Digital Jetzt Förderung war ein Förderprogramm des Bundes, mit dem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei der Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse unterstützt wurden. Ziel war es, Investitionen in digitale Technologien sowie die Qualifizierung von Mitarbeitern zu fördern, um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen nachhaltig zu stärken.

Im Kern richtete sich das Programm an Unternehmen, die ihre internen Abläufe digitalisieren, neue IT-Systeme einführen oder bestehende Strukturen technologisch weiterentwickeln wollten. Gefördert wurden dabei sowohl konkrete Investitionen in Hard- und Software als auch Maßnahmen zur Weiterbildung von Mitarbeitern im Umgang mit digitalen Anwendungen.

Die Förderung erfolgte als nicht rückzahlbarer Zuschuss und musste vor Beginn des Vorhabens beantragt werden. Voraussetzung war ein klar definiertes Digitalisierungskonzept, das die geplanten Maßnahmen und deren Nutzen für das Unternehmen nachvollziehbar darstellt.

Aktuell ist das Programm ausgesetzt, sodass keine neuen Anträge gestellt werden können. Dennoch bleibt die Digital Jetzt Förderung ein wichtiges Referenzprogramm, da sie die grundsätzliche Förderlogik im Bereich Digitalisierung widerspiegelt und als Orientierung für bestehende und zukünftige Programme dient.

Rückblickend zeigt das Programm, wie gezielt staatliche Förderung eingesetzt werden kann, um Unternehmen bei der digitalen Transformation zu unterstützen. Genau diese Logik findet sich auch in anderen Förderinstrumenten wieder, die weiterhin aktiv genutzt werden können.

Wer kann diese Förderung nutzen?

Was wird gefördert?

Wie hoch ist die Förderung?

Welche Fristen muss ich beachten?

Bei der Digital Jetzt Förderung war die Antragstellung an feste Förderaufrufe gebunden. Unternehmen konnten ihre Anträge nicht jederzeit einreichen, sondern mussten sich innerhalb definierter Zeitfenster registrieren und zur Teilnahme anmelden.

In der Praxis erfolgte die Auswahl der Anträge häufig über ein Losverfahren, da die Nachfrage das verfügbare Budget deutlich überstieg. Das bedeutet, dass selbst förderfähige Projekte nicht automatisch eine Bewilligung erhielten, sondern zunächst zur Antragstellung zugelassen werden mussten.

Nach erfolgreicher Registrierung und Auswahl konnte der eigentliche Förderantrag gestellt werden. Auch hier galt, dass das Vorhaben erst nach Bewilligung begonnen werden durfte, da ein vorzeitiger Projektstart in der Regel zum Ausschluss von der Förderung führte.

Da das Programm aktuell ausgesetzt ist, gibt es derzeit keine aktiven Antragsfristen oder Registrierungsphasen. Dennoch zeigt die Struktur der bisherigen Förderaufrufe, dass bei vergleichbaren Programmen mit begrenzten Budgets und festen Zeitfenstern zu rechnen ist.

Wie läuft der Antragsprozess ab?

  1. 1. Digitalisierungsvorhaben definieren Das Unternehmen entwickelt ein konkretes Konzept für die geplanten Digitalisierungsmaßnahmen, inklusive Zielsetzung und Nutzen für die eigenen Prozesse.

  2. 2. Registrierung im Förderportal Innerhalb eines Förderaufrufs erfolgt die Registrierung zur Teilnahme am Verfahren.

  3. 3. Auswahlverfahren abwarten Die Teilnahme am Antragsprozess erfolgt in der Regel über ein Auswahl- oder Losverfahren.

  4. 4. Antrag ausarbeiten und einreichen Nach erfolgreicher Auswahl wird der vollständige Antrag mit Projektbeschreibung und Kostenplanung eingereicht.

  5. 5. Prüfung und Bewilligung Der Antrag wird formal und inhaltlich geprüft. Bei positiver Bewertung erfolgt die Bewilligung des Zuschusses.

  6. 6. Projekt umsetzen Nach der Bewilligung kann das Vorhaben gestartet und entsprechend umgesetzt werden.

  7. 7. Nachweise und Auszahlung Die entstandenen Kosten werden dokumentiert und eingereicht, woraufhin die Auszahlung des Zuschusses erfolgt.

Typische Fehler in der Antragstellung

FAQ - Häufig gestellte Fragen

Wird "Digital Jetzt" wieder neu aufgelegt?

Aktuell gibt es keine Bestätigung für eine Neuausschreibung der Mittel im Jahr 2026. Das BMWK verweist stattdessen auf bestehende Programme wie den Digitalbonus der Bundesländer oder zinsgünstige Darlehen der KfW.

Welche Alternativen gibt es zu "Digital Jetzt"?

Unternehmer sollten prüfen, ob ihr Bundesland einen eigenen Digitalbonus anbietet (z.B. Digitalbonus Bayern, NRW.Digital-Zuschuss). Zudem bietet die KfW (Programm 358/359) Kredite mit Tilgungszuschüssen für Digitalisierungsvorhaben an. Für Beratungskosten zur Digitalisierung kann weiterhin die BAFA-Unternehmensberatung genutzt werden.

Was war das "Losverfahren" bei Digital Jetzt?

Aufgrund der extrem hohen Nachfrage wurden die Plätze zur Antragstellung monatlich verlost. Dieses Verfahren war einzigartig und zeigt, wie wichtig eine frühzeitige Vorbereitung und schnelle Reaktion bei beliebten Förderprogrammen ist.

Wurde auch Hardware (z.B. Laptops) gefördert?

Nur eingeschränkt. Reine Ersatzbeschaffungen (neuer Laptop statt alter Laptop) waren ausgeschlossen. Hardware war nur förderfähig, wenn sie Teil einer neuen digitalen Lösung war (z.B. Tablets für die Produktionssteuerung).

Kann ich bereits begonnene Projekte nachträglich fördern lassen?

Nein. Wie bei fast allen Zuschussprogrammen galt auch hier das strikte Verbot des vorzeitigen Maßnahmenbeginns. Wer bereits Hardware bestellt oder Verträge unterschrieben hatte, verlor den Förderanspruch.

Mit welcher Förderung kann ich kombinieren?

Da „Digital Jetzt“ derzeit ruht, ist die strategische Kombination mit aktiven Programmen entscheidend für Ihren Erfolg:

  • BAFA-Unternehmensberatung: Nutzen Sie dieses Programm, um Ihre Digitalisierungsstrategie durch externe Berater entwickeln zu lassen. Dies bereitet Sie perfekt auf künftige Förderaufrufe vor.
  • KfW-Digitalisierungskredit (358/359): Dieser Kredit ist ideal, um die Finanzierungslücke zu schließen. Er bietet oft Tilgungszuschüsse, die einen Teil des Darlehens in einen echten Zuschuss verwandeln – ähnlich wie bei „Digital Jetzt“.
  • Forschungszulage: Wenn Ihre Digitalisierung über Standard-Software hinausgeht und Sie eigene Algorithmen oder KI-Lösungen entwickeln, ist die Forschungszulage die bessere Wahl, da sie einen Rechtsanspruch bietet und nicht budgetiert ist.
  • Regionale Programme: Diese Programme haben oft kleinere Fördersummen (5.000 € bis 15.000 €), sind aber meist unkomplizierter in der Bewilligung.

Steuerliche / rechtliche Hinweise

Die Digital Jetzt Förderung wurde als nicht rückzahlbarer Zuschuss gewährt und ist grundsätzlich als steuerpflichtige Betriebseinnahme zu behandeln. Die erhaltenen Fördermittel müssen daher im Rahmen der Gewinnermittlung berücksichtigt werden. Gleichzeitig sind die damit verbundenen Investitionskosten als Betriebsausgaben abzugsfähig, sodass sich die tatsächliche steuerliche Wirkung aus dem Zusammenspiel beider Positionen ergibt.

Rechtlich basierte die Förderung auf den jeweiligen Förderrichtlinien des Programms, die durch das zuständige Bundesministerium vorgegeben und über Projektträger umgesetzt wurden. Die Bewilligung war an konkrete Auflagen gebunden, insbesondere hinsichtlich der zweckgebundenen Mittelverwendung, der Einhaltung des Projektplans sowie der fristgerechten Umsetzung.

Unternehmen waren verpflichtet, sämtliche projektbezogenen Kosten und Maßnahmen nachvollziehbar zu dokumentieren. Diese Dokumentation bildete die Grundlage für die Prüfung und Abrechnung der Förderung und konnte auch nachträglich kontrolliert werden. Unvollständige oder fehlerhafte Angaben konnten zu Kürzungen oder Rückforderungen führen.

Zudem war zu beachten, dass auch hier keine Doppelförderung derselben Kosten erfolgen durfte. Eine klare Zuordnung und Abgrenzung der einzelnen Förderbestandteile war daher zwingend erforderlich.

Die konkrete steuerliche und rechtliche Einordnung konnte je nach Unternehmensstruktur und individueller Situation variieren. Eine Abstimmung mit einem Steuerberater oder spezialisierten Fördermittelberater war daher in vielen Fällen sinnvoll.

Einordnung für Unternehmer

„Digital Jetzt“ hat den Standard gesetzt, wie Digitalisierung gefördert wird. Auch wenn dieses spezifische Programm pausiert, bleibt die Methode für Sie hochrelevant: Fördermittelgeber verlangen heute fast immer einen „Digitalisierungsplan“.

Sehen Sie die aktuelle Pause nicht als Hindernis, sondern als Vorbereitungszeit. Nutzen Sie die BAFA-Förderung für Unternehmensberatung, um Ihre Prozesse so zu strukturieren, dass Sie bei einem neuen Aufruf (oder beim Wechsel auf einen KfW-Digitalisierungskredit) sofort einreichungsfertige Unterlagen haben. Digitalisierung ist ein Marathon, kein Sprint – die kluge Nutzung von Kombinationen mit KfW-Krediten sichert Ihnen auch ohne „Digital Jetzt“ den notwendigen Liquiditätsvorsprung.

Quellenangaben

Mit dem Fördercheck können Sie prüfen, ob Ihr Vorhaben förderfähig ist und welche Programme in Frage kommen.