Förderkredite für Unternehmen (KfW & Förderbanken)

Förderkredite sind staatlich unterstützte Darlehen, die Unternehmen zu verbesserten Konditionen für Investitionen, Wachstum oder Innovation zur Verfügung stehen. Sie werden in der Regel über Förderbanken wie die KfW oder Landesförderinstitute bereitgestellt und über Hausbanken ausgereicht.

Kurz erklärt

Was ist die Förderung?

Förderkredite sind staatlich unterstützte Finanzierungsinstrumente, die Unternehmen den Zugang zu Kapital zu verbesserten Konditionen ermöglichen. Sie werden in Deutschland insbesondere über Förderbanken wie die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sowie über Landesförderinstitute bereitgestellt und in der Regel über die jeweilige Hausbank an das Unternehmen ausgereicht.

Ziel dieser Kredite ist es, Investitionen und unternehmerische Vorhaben zu ermöglichen, die unter normalen Marktbedingungen entweder schwer finanzierbar oder mit deutlich höheren Kosten verbunden wären. Dazu zählen insbesondere Investitionen in Wachstum, Innovation, Digitalisierung, Energieeffizienz oder Unternehmensgründungen.

Im Gegensatz zu Zuschussprogrammen handelt es sich bei Förderkrediten um rückzahlbare Darlehen. Der Vorteil liegt jedoch in den häufig deutlich besseren Konditionen, etwa durch niedrigere Zinssätze, längere Laufzeiten oder tilgungsfreie Anlaufjahre. In vielen Fällen übernimmt die Förderbank zudem einen Teil des Ausfallrisikos, wodurch sich die Finanzierung für die Hausbank absichern lässt.

Die Beantragung erfolgt in der Regel nicht direkt bei der Förderbank, sondern über die Hausbank des Unternehmens. Diese prüft die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Vorhabens, übernimmt die Kreditvergabe und ist zentraler Ansprechpartner im Prozess. Die Förderbank stellt im Hintergrund die Mittel sowie die Förderkonditionen bereit.

Förderkredite sind branchenoffen ausgestaltet und können für eine Vielzahl unternehmerischer Zwecke genutzt werden. Entscheidend ist, dass das Vorhaben wirtschaftlich sinnvoll, nachvollziehbar geplant und finanzierbar ist.

Richtig eingesetzt stellen Förderkredite kein Ersatz für Eigenkapital dar, sondern ein strategisches Instrument zur Finanzierung von Wachstum und Investitionen. Sie ermöglichen es Unternehmen, größere Vorhaben umzusetzen und gleichzeitig die Liquidität zu schonen.

Wer kann diese Förderung nutzen?

Was wird gefördert?

Wie hoch ist die Förderung?

Welche Fristen muss ich beachten?

Förderkredite unterliegen in der Regel keinen festen Antragsfristen oder Ausschreibungsrunden. Unternehmen können eine Finanzierung grundsätzlich jederzeit beantragen, sofern ein konkretes Vorhaben vorliegt und die Voraussetzungen des jeweiligen Programms erfüllt sind.

Eine zentrale Voraussetzung ist jedoch, dass der Antrag vor Beginn des Vorhabens gestellt wird. Als Vorhabensbeginn gilt in der Regel der Zeitpunkt, an dem verbindliche Verpflichtungen eingegangen werden, etwa durch Vertragsabschlüsse oder Bestellungen. Wird das Projekt bereits gestartet, ist eine Förderung über viele Programme ausgeschlossen.

Da die Beantragung über die Hausbank erfolgt, sind zusätzlich bankinterne Prüfprozesse zu berücksichtigen. Die Dauer bis zur Zusage kann daher variieren und hängt unter anderem von der Komplexität des Vorhabens, der Bonität des Unternehmens und der Auslastung der beteiligten Stellen ab.

In der Praxis bedeutet das, dass Förderkredite zwar flexibel verfügbar sind, aber eine frühzeitige Planung erforderlich ist. Unternehmen sollten ausreichend Zeit für die Vorbereitung der Unterlagen und die Abstimmung mit der Hausbank einplanen, um Verzögerungen zu vermeiden.

Wie läuft der Antragsprozess ab?

  1. 1. Finanzierungsvorhaben definieren Das Unternehmen konkretisiert das geplante Vorhaben, beispielsweise eine Investition, ein Wachstumsvorhaben oder die Finanzierung von Betriebsmitteln, und ermittelt den Kapitalbedarf.

  2. 2. Geeignetes Förderprogramm auswählen Auf Basis des Vorhabens wird geprüft, welches Förderkreditprogramm in Frage kommt, etwa Programme der KfW oder der jeweiligen Landesförderbank.

  3. 3. Gespräch mit der Hausbank führen Das Unternehmen wendet sich an seine Hausbank und stellt das Vorhaben sowie den Finanzierungsbedarf vor. Die Hausbank ist zentraler Ansprechpartner im gesamten Prozess.

  4. 4. Unterlagen vorbereiten Es werden die erforderlichen Unterlagen zusammengestellt, in der Regel inklusive Businessplan, Investitionsplan, Finanzkennzahlen und Liquiditätsplanung.

  5. 5. Kreditprüfung durch die Hausbank Die Hausbank prüft die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Vorhabens sowie die Bonität des Unternehmens und entscheidet über die Kreditvergabe.

  6. 6. Weiterleitung an die Förderbank Bei positiver Bewertung leitet die Hausbank den Antrag an die zuständige Förderbank weiter, die die Förderfähigkeit und Konditionen bestätigt.

  7. 7. Bewilligung des Förderkredits Nach erfolgreicher Prüfung erfolgt die Zusage des Kredits zu den entsprechenden Förderkonditionen.

  8. 8. Auszahlung und Umsetzung Der Kredit wird über die Hausbank ausgezahlt und das Unternehmen setzt das Vorhaben entsprechend der Planung um.

  9. 9. Rückzahlung gemäß Konditionen Die Rückzahlung erfolgt gemäß den vereinbarten Laufzeiten, häufig mit tilgungsfreien Anlaufjahren zu Beginn.

Typische Fehler in der Antragstellung

FAQ - Häufig gestellte Fragen

Was ist das "Hausbankprinzip"?

Die KfW unterhält keine eigenen Filialen. Ein Förderkredit wird immer bei Ihrer gewohnten Geschäftsbank (Sparkasse, Volksbank, Commerzbank etc.) beantragt. Diese prüft Ihr Vorhaben und leitet den Antrag an die KfW weiter. Die Hausbank bleibt auch Ihr Ansprechpartner für die Auszahlung und Tilgung.

Brauche ich Sicherheiten für einen KfW-Kredit?

Ja, in der Regel verlangt die Hausbank bankübliche Sicherheiten. Jedoch erleichtert die KfW die Vergabe durch Haftungsfreistellungen. Wenn die KfW 80 % des Risikos übernimmt, muss die Hausbank nur noch 20 % des Risikos absichern, was die Kredithürde massiv senkt.

Kann ich einen KfW-Kredit vorzeitig zurückzahlen?

Das hängt vom Programm ab. In vielen Programmen ist eine vorzeitige Rückzahlung nur gegen Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung möglich. Es gibt jedoch Programme, die Sondertilgungen erlauben – dies sollte unbedingt vor Vertragsschluss geklärt werden.

Was ist ein "Ergänzungskredit"?

Wenn Sie einen Zuschuss (z.B. vom BAFA für Einzelmaßnahmen) erhalten haben, aber die restlichen 80 % der Kosten nicht bar bezahlen können, bietet die KfW spezielle Ergänzungskredite an. Diese sind darauf optimiert, die Finanzierungslücke zwischen Zuschusszusage und Projektende zu schließen.

Mit welcher Förderung kann ich kombinieren?

Förderkredite können grundsätzlich mit Zuschussprogrammen kombiniert werden, sofern keine Doppelförderung derselben Kosten erfolgt. Das bedeutet, dass unterschiedliche Bestandteile eines Vorhabens über verschiedene Förderinstrumente abgedeckt werden können, während identische Kosten nicht mehrfach gefördert werden dürfen.

In der Praxis werden Förderkredite häufig mit Zuschüssen für Innovation oder Entwicklung kombiniert, etwa mit der Forschungszulage oder Programmen wie ZIM. Während der Kredit die Gesamtfinanzierung sicherstellt, reduzieren Zuschüsse die tatsächliche Belastung durch nicht rückzahlbare Mittel.

Auch im Bereich Digitalisierung können Förderkredite mit Programmen wie Digital Jetzt kombiniert werden, sofern die Kosten klar voneinander abgegrenzt sind. Dabei ist es üblich, Investitionen über Kredite zu finanzieren und ergänzende Maßnahmen über Zuschüsse abzudecken.

Darüber hinaus ist eine Kombination mit weiteren Zuschussprogrammen, beispielsweise im Bereich Beratung oder Energieeffizienz, möglich, sofern die jeweiligen Förderbedingungen eingehalten werden. Entscheidend ist in allen Fällen eine klare Strukturierung der Maßnahmen und eine saubere Trennung der förderfähigen Kosten.

Steuerliche / rechtliche Hinweise

Förderkredite sind grundsätzlich rückzahlbare Darlehen und stellen daher keine Betriebseinnahmen im steuerlichen Sinne dar. Die ausgezahlte Kreditsumme selbst ist nicht zu versteuern, da sie lediglich eine Finanzierung darstellt und keine Ertragsposition.

Die mit dem Kredit finanzierten Investitionen sind jedoch steuerlich relevant. Abschreibungen auf angeschaffte Wirtschaftsgüter sowie die Behandlung der laufenden Kosten erfolgen nach den allgemeinen steuerlichen Vorschriften. Zinsaufwendungen aus dem Förderkredit können in der Regel als Betriebsausgaben steuerlich geltend gemacht werden.

Rechtlich erfolgt die Vergabe von Förderkrediten im Zusammenspiel zwischen Förderbank und Hausbank. Die Hausbank prüft die Bonität und übernimmt die Kreditvergabe, während die Förderbank die Mittel sowie die Förderkonditionen bereitstellt. Grundlage sind die jeweiligen Programmbedingungen sowie die allgemeinen bankrechtlichen Anforderungen.

Unternehmen sind verpflichtet, die Mittel zweckgebunden zu verwenden und das finanzierte Vorhaben entsprechend umzusetzen. Abweichungen vom geplanten Einsatz können zu Anpassungen der Konditionen oder im Einzelfall zu Rückforderungen führen.

Zudem ist zu beachten, dass Förderkredite häufig unter beihilferechtlichen Vorgaben der Europäischen Union vergeben werden, insbesondere im Rahmen der Allgemeinen Gruppenfreistellungsverordnung (AGVO). Die Einhaltung dieser Vorgaben ist Voraussetzung für die Gewährung der Förderung.

Die konkrete Ausgestaltung kann je nach Programm, Unternehmensstruktur und Finanzierungssituation variieren. Eine Abstimmung mit der Hausbank sowie gegebenenfalls mit steuerlichen Beratern ist daher in der Praxis sinnvoll.

Einordnung für Unternehmer

Ein KfW-Kredit ist kein "Geschenk", sondern ein strategisches Werkzeug zur Liquiditätssicherung. Der wahre Wert für Sie als Unternehmer liegt darin, dass Sie Investitionen tätigen können, für die Ihre Hausbank ohne die KfW-Haftungsfreistellung eventuell keine Freigabe erteilt hätte.

Nutzen Sie die KfW-Kredite insbesondere als Brückenfinanzierung. In Kombination mit Zuschüssen vom BAFA oder der Forschungszulage entsteht ein Finanzierungsmix, der Ihren Eigenkapitaleinsatz minimiert und Ihre Bonität schont. Ein klug strukturierter KfW-Kredit mit Tilgungszuschuss ist am Ende oft attraktiver als ein reiner Zuschuss mit extrem hoher bürokratischer Hürde.

Quellenangaben

Mit dem Fördercheck können Sie prüfen, ob Ihr Vorhaben förderfähig ist und welche Programme in Frage kommen.