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Forschungs- und Entwicklungszuschuss

KMU-innovativ: Ressourcen und Kreislaufwirtschaft

KMU-innovativ: Ressourcen und Kreislaufwirtschaft fördert risikoreiche Forschungs- und Entwicklungsprojekte von KMU in Ressourceneffizienz, Kreislaufwirtschaft und nachhaltigem Wassermanagement. Entscheidend ist nicht eine reine Investition in vorhandene Technik, sondern ein klar erkennbarer Entwicklungsanteil mit wissenschaftlich-technischem Risiko.

Was fördert KMU-innovativ: Ressourcen und Kreislaufwirtschaft?

Das Programm fördert risikoreiche Forschung und Entwicklung von KMU in den Bereichen Rohstoffeffizienz, Kreislaufwirtschaft und nachhaltiges Wassermanagement. Der Zuschuss kann bis zu 500.000 Euro pro Projekt betragen, KMU können je nach Fall bis zu 70 Prozent ihrer förderfähigen Kosten erhalten.

Schnellüberblick

Was ist es?KMU-innovativ: Ressourcen und Kreislaufwirtschaft ist eine thematische Förderlinie des Dachprogramms KMU-innovativ für risikoreiche Forschungs- und Entwicklungsprojekte.
Wer bekommt es?Antragsberechtigt sind KMU nach EU-Definition mit Betriebsstätte oder Niederlassung in Deutschland, in Verbundvorhaben können weitere Partner beteiligt sein.
Wie viel?Die Förderung beträgt bis zu 500.000 Euro pro Projekt, Unternehmen erhalten in der Regel 50 Prozent und KMU mit Bonus bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten.
Wofür?Gefördert werden Vorhaben zu Rohstoffeffizienz, Kreislaufwirtschaft, Urban Mining, Recycling, ressourceneffizienten Verfahren sowie nachhaltigem Wassermanagement.
Antrag vor Beginn?Der Antrag muss vor Projektbeginn gestellt werden, denn ein vorzeitiger Vorhabenbeginn ist förderschädlich, sofern er nicht ausdrücklich genehmigt wurde.
Kombinierbar?Eine Kombination mit anderen Förderungen muss im Einzelfall geprüft werden, die Forschungszulage ist themenoffen ergänzend relevant, aber nicht doppelt für dieselben Kosten nutzbar.

Passt diese Förderung zu Ihrem Vorhaben?

Ob ein Programm wirklich passt, hängt oft von Branche, Unternehmensgröße, Investitionsart und Projektbeginn ab.

Vorhaben einordnen

Wer kann die Förderung beantragen?

Die Förderlinie ist auf KMU ausgerichtet, die eigene Forschung und Entwicklung in einem klar abgegrenzten Ressourcen-, Kreislaufwirtschafts- oder Wasser-Themenfeld betreiben. Besonders wichtig ist die Abgrenzung zu normalen Investitionen: Wer lediglich eine verfügbare Anlage kauft, bewegt sich meist nicht in der Logik dieses Programms.

  • Antragsberechtigt sind kleine und mittlere Unternehmen nach EU-Definition gemäß Empfehlung 2003/361/EG.
  • Das Unternehmen muss eine Betriebsstätte oder Niederlassung in Deutschland haben.
  • Das Vorhaben muss einen hohen wissenschaftlich-technischen Risikogehalt besitzen.
  • Die Ergebnisse müssen in Deutschland, im Europäischen Wirtschaftsraum oder in der Schweiz verwertet werden.
  • In Verbundvorhaben können zusätzlich Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Gebietskörperschaften und große Unternehmen beteiligt sein.
  • Je nach Einordnung können auch Selbstständige und Freiberufler relevant sein, wenn sie die programmspezifischen Voraussetzungen erfüllen.

Was wird gefördert?

Gefördert werden keine allgemeinen Modernisierungen, sondern Forschungs- und Entwicklungsvorhaben mit erkennbarem Innovationssprung. In der Praxis zählt deshalb, ob das Projekt technisch offen genug ist, um ein Förderprojekt zu rechtfertigen, und zugleich konkret genug, um Ziel, Methode und Verwertung plausibel darzustellen.

Förderfähiger Bereich Beispiele Einordnung
Rohstoffeffizienz und KreislaufwirtschaftKreislaufführung von Produkten, Verlängerung der Nutzungsdauer, ressourceneffizientes Produktdesign, innovative Recycling- und Verwertungsverfahren.Das Vorhaben sollte klar zeigen, welcher neue technische oder methodische Ansatz gegenüber bestehenden Verfahren entwickelt wird.
Urban Mining und SekundärrohstoffeRückgewinnung von Sekundärrohstoffen aus langlebigen Gütern und anthropogenen Lagern.Relevant wird dieser Bereich vor allem, wenn die Rückgewinnung nicht nur organisatorisch, sondern technisch oder prozessual neu gelöst werden soll.
Ressourceneffizienz in rohstoffintensiven VerfahrenMetalle, mineralische Rohstoffe, Grundchemikalien, Baustoffe, effiziente Bereitstellung und Nutzung kritischer Rohstoffe.Hier ist oft entscheidend, ob die geplante Entwicklung messbar zur effizienteren Nutzung von Rohstoffen beitragen kann.
WertschöpfungskettenOptimierung von Wertschöpfungsketten im Kontext von Rohstoffeffizienz und Kreislaufwirtschaft.Die Optimierung muss in einen Forschungs- und Entwicklungszusammenhang eingebettet sein und darf nicht bloß Prozessberatung sein.
Nachhaltiges WassermanagementEffiziente Wassernutzung, Wasserwiederverwendung, innovative Trinkwasseraufbereitung, Mess- und Regeltechnik in der Wassertechnologie, Abwasser- und Regenwasserbehandlung.Das Themenfeld ist eigenständig und wird durch den Projektträger Karlsruhe betreut.

Wie hoch ist die Förderung?

Die wirtschaftliche Bedeutung des Programms liegt darin, dass es sich um einen echten Zuschuss handelt. Für KMU kann die Förderquote deutlich höher ausfallen als bei vielen klassischen Zuschussprogrammen, zugleich bleibt die Förderung an ein anspruchsvolles Forschungs- und Entwicklungsprojekt gebunden.

Wichtig zur Förderhöhe

Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft erhalten in der Regel 50 Prozent der förderfähigen Kosten. KMU können einen Bonus von bis zu 20 Prozentpunkten erhalten und damit insgesamt bis zu 70 Prozent erreichen. Die maximale Förderung beträgt bis zu 500.000 Euro pro Projekt. Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen können bis zu 100 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben erhalten, bei nichtwirtschaftlichen Vorhaben zuzüglich einer Projektpauschale von 20 Prozent. Wichtig für die Förderfähigkeit: Der Antrag muss vor Projektbeginn eingereicht werden.

Welche Voraussetzungen gelten?

Die formalen Voraussetzungen sind wichtig, aber die eigentliche Hürde liegt meist in der Projektlogik. KMU-innovativ verlangt ein Vorhaben, das fachlich in die Themenlinie passt, ein erkennbares Entwicklungsrisiko trägt und eine plausible Verwertungsperspektive hat.

  • Das Vorhaben muss in die Themenfelder Rohstoffeffizienz und Kreislaufwirtschaft oder nachhaltiges Wassermanagement fallen.
  • Es muss sich um Forschung und Entwicklung mit hohem wissenschaftlich-technischem Risiko handeln.
  • Die Projektskizze darf maximal 12 Seiten umfassen und wird zu festen Stichtagen bewertet.
  • Bewertet werden unter anderem Forschungsziel, Innovationshöhe, wissenschaftlich-technische Qualität, Verbundstruktur und Verwertungspotenzial.
  • Skizzen können laufend eingereicht werden, die Bewertungsstichtage sind der 15. April und der 15. Oktober.
  • Die Richtlinie ist bis zum 30. Juni 2027 befristet, eine Verlängerung bis zum 31. Dezember 2030 ist möglich, aber nicht garantiert.
  • Ein Projektbeginn vor Antragstellung ist förderschädlich, sofern kein ausdrücklich genehmigter vorzeitiger Vorhabenbeginn vorliegt.

Häufiger Fehler

Der häufigste Denkfehler ist, eine Investition in vorhandene Recycling-, Wasser- oder Verfahrenstechnik als Forschungsprojekt zu behandeln. Förderfähig wird ein Vorhaben erst dann, wenn ein echter Entwicklungsanteil mit technischem Risiko nachvollziehbar beschrieben wird.

Wie läuft die Antragstellung ab?

Das Verfahren ist bewusst zweistufig aufgebaut. Für KMU ist das ein wichtiger Vorteil, weil zunächst nur eine kompakte Skizze eingereicht wird und der aufwendige Vollantrag erst nach positiver Bewertung folgt.

  1. Zuerst wird geprüft, ob das Vorhaben fachlich in die Themenfelder Rohstoffeffizienz, Kreislaufwirtschaft oder nachhaltiges Wassermanagement passt.
  2. Anschließend wird eine Projektskizze mit maximal 12 Seiten über das Online-Skizzentool eingereicht.
  3. Die Skizze kann laufend eingereicht werden, sie wird jedoch zu den Stichtagen 15. April und 15. Oktober bewertet.
  4. Die Bewertung erfolgt anhand von Forschungsziel, Innovationshöhe, wissenschaftlich-technischer Qualität, Verbundstruktur und Verwertungspotenzial.
  5. Nur bei positiver Bewertung wird das Unternehmen zur Einreichung eines förmlichen Förderantrags aufgefordert.
  6. Der förmliche Antrag wird über easy-Online gestellt.
  7. Die Bewilligung erfolgt üblicherweise rund zwei Monate nach Antragseinreichung.
  8. Das Projekt darf erst nach zulässiger Antragstellung beziehungsweise Bewilligung oder genehmigtem vorzeitigem Vorhabenbeginn starten.

Wann lohnt sich diese Förderung?

Strategisch ist diese Förderlinie vor allem für KMU interessant, die an einem technisch anspruchsvollen Umwelt-, Ressourcen- oder Wasserproblem arbeiten und dafür eigene Entwicklungskapazität einsetzen wollen. Sie ist weniger ein Programm für Beschaffung und mehr ein Programm für den Schritt vom technischen Konzept zur erprobbaren Lösung.

Praxisbeispiel

Ein KMU, das ein neues Verfahren zur effizienteren Nutzung kritischer Rohstoffe oder zur Wiederverwendung von Wasser entwickelt, kann mit dem Programm Forschungskosten teilweise abfedern. Gerade bei solchen Projekten ist das Risiko oft zu hoch, um es rein aus laufendem Cashflow zu tragen, aber zu konkret, um es nur als allgemeine Zukunftsidee zu behandeln.

Kombinierbarkeit mit anderen Programmen

Die Kombinierbarkeit muss immer kostenbezogen betrachtet werden. Besonders relevant ist die Abgrenzung zur steuerlichen Forschungszulage, weil sie themenoffen ansetzt, aber nicht doppelt für dieselben Kosten genutzt werden darf.

  • Forschungszulage: Themenoffene steuerliche F&E-Förderung mit Rechtsanspruch, grundsätzlich neben KMU-innovativ relevant, aber nicht doppelt für dieselben Kosten.
  • go-inno: go-inno fördert die vorgelagerte Innovationsberatung. Hilfreich, um Potenzial und Umsetzungskonzept zu klären, bevor ein FuE-Projekt wie KMU-innovativ folgt.

Welche Alternativen gibt es?

Ob dieses Programm passt, hängt stark vom fachlichen Schwerpunkt des Vorhabens ab. Wenn nicht Ressourcen, Kreislaufwirtschaft oder Wasser im Mittelpunkt stehen, kann eine andere Linie oder ein allgemeiner Innovationszugang näherliegen.

  • KMU-innovativ: IKT: Schwester-Förderlinie im selben Dachprogramm mit gleicher Mechanik, aber für Informations- und Kommunikationstechnologien.
  • Förderungen für Innovation: Themenhub für Innovations- und Forschungsförderungen, wenn das Vorhaben nicht eindeutig in diese Förderlinie fällt.

Nicht sicher, welche Förderung besser passt?

Wenn mehrere Programme infrage kommen, ist eine Einordnung nach Vorhaben, Unternehmensgröße und Zeitpunkt oft sinnvoll.

Vorhaben einordnen

Häufige Fragen

Ist KMU-innovativ: Ressourcen und Kreislaufwirtschaft ein Zuschuss?

Ja. Es handelt sich um eine nicht rückzahlbare Zuwendung für Forschungs- und Entwicklungsprojekte mit hohem wissenschaftlich-technischem Risiko.

Wie hoch ist die Förderung?

Die Förderung beträgt bis zu 500.000 Euro pro Projekt. Unternehmen erhalten in der Regel 50 Prozent der förderfähigen Kosten, KMU können mit Bonus bis zu 70 Prozent erreichen.

Welche Themen werden gefördert?

Gefördert werden Vorhaben in Rohstoffeffizienz und Kreislaufwirtschaft sowie im nachhaltigen Wassermanagement, etwa Recycling, Urban Mining, kritische Rohstoffe, Wasserwiederverwendung oder innovative Trinkwasseraufbereitung.

Können Verbundprojekte gefördert werden?

Ja. Neben Einzelprojekten sind Verbundvorhaben möglich. In solchen Verbünden können zusätzlich Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Gebietskörperschaften und große Unternehmen beteiligt sein.

Wann sind die Stichtage?

Projektskizzen können laufend eingereicht werden, die Bewertung erfolgt jedoch zu festen Stichtagen am 15. April und am 15. Oktober.

Darf das Projekt vor Antragstellung beginnen?

Nein. Anträge müssen vor Projektbeginn eingereicht werden. Ein vorzeitiger Vorhabenbeginn ist förderschädlich, sofern er nicht ausdrücklich genehmigt wurde.

Wie lange läuft ein Projekt typischerweise?

Die Projektlaufzeit beträgt in der Regel rund zwei Jahre.

Bis wann gilt die Richtlinie?

Die Richtlinie ist bis zum 30. Juni 2027 befristet. Eine Verlängerung bis zum 31. Dezember 2030 ist möglich, aber nicht garantiert.

Quellen

Die Angaben beruhen auf den offiziellen Informationen des BMFTR und der Förderdatenbank des Bundes. Maßgeblich sind immer die jeweils aktuellen Programmunterlagen.

  1. BMFTR, KMU-innovativ: Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft: Themenfelder, Ziel, Verfahren, Stichtage
  2. Förderdatenbank des Bundes, KMU-innovativ Ressourcen und Kreislaufwirtschaft: Förderquoten, Höchstbetrag, Antragsberechtigte, Verfahren, Laufzeit, Befristung