Wer kann die Förderung beantragen?
Der internationale Baustein folgt der ZIM-Grundlogik, ergänzt sie aber um die zwingende internationale Partnerstruktur. Entscheidend ist deshalb nicht nur, ob das Vorhaben technisch passt, sondern auch, ob die Kooperation förderlogisch richtig aufgebaut ist.
- Antragsberechtigt sind kleine und mittlere Unternehmen mit Sitz, Niederlassung oder Hauptsitz in Deutschland.
- Auch gemeinnützige Forschungseinrichtungen mit Sitz, Niederlassung oder Hauptsitz in Deutschland können antragsberechtigt sein.
- Für das ZIM gilt die Größen Grenze von unter 500 Beschäftigten.
- Das Vorhaben muss als Forschungs- und Entwicklungsprojekt angelegt sein und einen marktnahen technischen Entwicklungsschritt enthalten.
- Mindestens ein ausländischer Partner muss am Projekt beteiligt sein.
- Über ZIM wird nur der deutsche Partner gefördert; der ausländische Partner benötigt eine Förderung oder Finanzierung nach den Regeln seines eigenen Landes.
Was wird gefördert?
Gefördert wird nicht einfach die internationale Zusammenarbeit als solche, sondern ein konkretes FuE-Kooperationsprojekt. Die Zusammenarbeit mit dem ausländischen Partner muss also inhaltlich zum Entwicklungsziel beitragen.
| Förderfähiger Bereich | Beispiele | Einordnung |
|---|---|---|
| Marktnahe Forschung und Entwicklung | Entwicklung neuer oder verbesserter Produkte, Verfahren oder technischer Dienstleistungen im Rahmen eines gemeinsamen FuE-Projekts. | Das Programm ist technologie- und branchenoffen, es gibt kein vorgegebenes Themenfeld. |
| Internationale FuE-Kooperation | Gemeinsames Entwicklungsprojekt eines deutschen Unternehmens mit mindestens einem ausländischen Partner. | Die internationale Beteiligung ist der Unterschied zum rein nationalen ZIM-Kooperationsprojekt. |
| Deutsches Teilprojekt | Der Anteil des deutschen Partners am gemeinsamen internationalen Entwicklungsprojekt. | Nur dieser deutsche Projektanteil wird über ZIM gefördert. |
Wie hoch ist die Förderung?
Der finanzielle Vorteil der internationalen Variante liegt vor allem in der höheren Förderquote für das deutsche Unternehmen.
Wichtig zur Förderhöhe
Bei nationalen FuE-Kooperationsprojekten liegt die Förderquote bei bis zu 55 Prozent. Bei internationalen Kooperationen mit mindestens einem ausländischen Partner kann sie für das deutsche Unternehmen auf bis zu 60 Prozent steigen. Die förderfähigen Kosten sind auf maximal 560.000 Euro pro Teilprojekt begrenzt; die Gesamtförderung eines Projekts darf 3 Mio. Euro nicht überschreiten. Wie im gesamten ZIM gilt: Der Antrag muss vor Projektstart gestellt werden.
Welche Voraussetzungen gelten?
In der Praxis ist der kritischste Punkt häufig nicht die Prozentzahl, sondern das Förderprinzip. Internationale ZIM-Projekte funktionieren nur, wenn die Partnerstruktur und die nationale Förderlogik von Anfang an verstanden werden.
- Das Projekt muss vor Beginn beantragt werden.
- Es muss mindestens ein ausländischer Partner beteiligt sein.
- Jeder Partner wird grundsätzlich über das nationale Förderprogramm seines eigenen Landes gefördert.
- Der deutsche Partner beantragt seine Förderung nach den Regeln der ZIM-Kooperationsprojekte.
- Das Vorhaben muss themenoffen, aber als marktnahes Forschungs- und Entwicklungsprojekt nachvollziehbar sein.
- Die Beteiligten müssen die jeweiligen nationalen Förderbedingungen ihres Landes beachten.
Häufiger Fehler
Ein häufiger Planungsfehler ist die Annahme, dass ZIM das gesamte internationale Projekt finanziert. Tatsächlich trägt ZIM nur den deutschen Partner; der ausländische Partner muss seine Finanzierung im eigenen Land klären.
Wie läuft die Antragstellung ab?
Internationale ZIM-Vorhaben werden typischerweise über transnationale Aufrufe, bilaterale Abkommen mit Partnerländern, Kooperationsbörsen und Informationsveranstaltungen angestoßen. Der Antrag selbst folgt für den deutschen Partner der ZIM-Logik.
- Zunächst sollte geprüft werden, ob das Vorhaben ein marktnahes Forschungs- und Entwicklungsprojekt ist und nicht nur eine allgemeine Zusammenarbeit.
- Danach muss ein geeigneter ausländischer Partner identifiziert oder über Kooperationsbörsen und Informationsangebote gefunden werden.
- Die Partner sollten früh klären, welches nationale Förderprogramm für ihren jeweiligen Projektanteil zuständig ist.
- Der deutsche Partner bereitet den Antrag nach den Regeln der ZIM-Kooperationsprojekte vor.
- Der Antrag muss gestellt werden, bevor das Projekt beginnt.
- Erst nach der förderrechtlich zulässigen Antragstellung sollte mit dem Projekt gestartet werden.
Wann lohnt sich diese Förderung?
Strategisch ist der internationale Baustein vor allem dann interessant, wenn ein deutsches Unternehmen den ausländischen Partner nicht nur formal einbindet, sondern wirklich für Entwicklung, Know-how oder Marktzugang braucht. Dann kann die höhere Förderquote ein sinnvoller zusätzlicher Anreiz sein.
Praxisbeispiel
Wenn ein deutsches KMU ein technisches Entwicklungsprojekt ohnehin mit einem spezialisierten ausländischen Partner durchführen will, kann die internationale ZIM-Variante passender sein als ein nationales Kooperationsprojekt. Geht es dagegen ausschließlich um ein deutsches Entwicklungsprojekt, ist der normale ZIM-Weg meist einfacher.
Kombinierbarkeit mit anderen Programmen
Die Kombinierbarkeit sollte immer kostenbezogen geprüft werden. Besonders wichtig ist, dass dieselben Kosten nicht doppelt gefördert werden.
- Forschungszulage: Die Forschungszulage ist eine themenoffene steuerliche F&E-Förderung. Sie ist grundsätzlich mit ZIM kombinierbar, aber nicht doppelt für dieselben Kosten.
- ZIM Hauptartikel: Der Hauptartikel ordnet die internationale Kooperation in die gesamte ZIM-Systematik mit Einzelprojekten, Kooperationsprojekten, Innovationsnetzwerken und Durchführbarkeitsstudien ein.
Welche Alternativen gibt es?
Nicht jedes Innovationsvorhaben braucht eine internationale Struktur. Je nach Projekt kann ein anderer Zugang einfacher oder passender sein.
- ZIM Hauptartikel: Für rein nationale Innovationsvorhaben erklärt der Hauptartikel die übrigen ZIM-Projektformen und die Grundlogik des Programms.
- Forschungszulage: Die Forschungszulage kann relevant sein, wenn ein Unternehmen FuE-Kosten steuerlich fördern lassen möchte und keine klassische Zuschusslogik im Vordergrund steht.
- Förderungen für Innovation: Der Themenhub gibt Orientierung zu Fördermöglichkeiten für Innovationsvorhaben.
Nicht sicher, welche Förderung besser passt?
Wenn mehrere Programme infrage kommen, ist eine Einordnung nach Vorhaben, Unternehmensgröße und Zeitpunkt oft sinnvoll.
Vorhaben einordnen →Häufige Fragen
Ist ZIM internationale Kooperationen ein eigenes Förderprogramm?
Nein. Es ist kein eigenständiges Programm, sondern der internationale Baustein der ZIM-Kooperationsprojekte.
Wer wird über ZIM in einem internationalen Projekt gefördert?
Über ZIM wird nur der deutsche Partner gefördert. Der ausländische Partner wird nach den Förderregeln seines eigenen Landes unterstützt oder muss seine Finanzierung anderweitig klären.
Wie hoch ist die Förderquote bei internationalen ZIM-Kooperationen?
Für das deutsche Unternehmen kann die Förderquote bei internationalen Kooperationen mit mindestens einem ausländischen Partner bis zu 60 Prozent betragen.
Wie unterscheidet sich die internationale Variante vom nationalen ZIM-Kooperationsprojekt?
Die Grundlogik bleibt gleich, aber es muss mindestens ein ausländischer Partner beteiligt sein. Außerdem kann die Förderquote für das deutsche Unternehmen von bis zu 55 Prozent auf bis zu 60 Prozent steigen.
Gibt es Themenvorgaben für internationale ZIM-Projekte?
Nein. Wie das gesamte ZIM ist auch der internationale Baustein technologie- und branchenoffen.
Muss der Antrag vor Projektbeginn gestellt werden?
Ja. Wie im gesamten ZIM muss der Antrag vor dem Projektstart gestellt werden.
Welche Kostenobergrenzen gelten?
Die förderfähigen Kosten sind auf maximal 560.000 Euro pro Teilprojekt begrenzt. Die Gesamtförderung eines Projekts darf 3 Mio. Euro nicht überschreiten.
Quellen
Die Angaben beruhen auf den offiziellen Informationen des Bundeswirtschaftsministeriums zum ZIM und der Förderdatenbank des Bundes.